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Foto einer Kreta-Tierschützerin, die einen Arm um einen schwarzen Hunde legt und ihr Gesicht in das Fell des Hunde vergräbt.
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Montag, 6. September 2010

Newsarchiv

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Newsarchiv der alten Webseite

Diese Seite zeigt einen Newsbeitrag der alten Webseite, daher wird er auch mit grünem Hintergrund dargestellt. Diese Rubrik wird nicht gepflegt oder aktualisiert. Aktuelle Newsmeldungen finden Sie in unserem News-Blog.

Datum der News:2008-07-14

Eine (nicht so neue?) Variante griechischer Perversionen und deren unerwartete Folgen

Der Hilferuf eines englischen Seglers, der ausgesetzte Hunde auf einer unbewohnten Insel fand, machte dieser Tage die Runde in Tierschutzkreisen, nachdem dessen Bitte an die Athens News (englischsprachige Wochenzeitung in Griechenland) um Veröffentlichung ungehört verhallt war ...:

„Wir segelten kürzlich im Golf von Korinth und fanden fünf verlassene Hunde auf einer unbewohnten kleinen Inselgruppe, die Alkoniden genannt werden. Sie sind auf der Insel Daskalio, auf der sich lediglich ein verlassenes Kloster befindet. Die Tiere waren noch in einigermaßen guter Verfassung, aber es fehlte ihnen Wasser. Sie hatten bisher offenbar dadurch überlebt, dass sie Möwen und deren Eier fraßen, aber es gibt keinerlei Wasser auf der Insel. Wir haben ihnen 25 Liter da gelassen und an einer Mauer für andere Boote die Nachricht gepinselt, sie ebenfalls bitte mit Wasser zu versorgen.

Leider haben wir selbst bereits fünf Hunde und konnten sie deshalb nicht mitnehmen, aber es brach uns fast das Herz, sie zurück lassen zu müssen.

Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie einen Bericht über deren schreckliches Schicksal veröffentlichen würden, damit ihnen jemand helfen kann, bevor sie sterben.

Auf der Nachbarinsel Zoodokos Pigi ist ebenfalls ein Kloster, das anscheinend gerade wieder aufgebaut wird. Wir trafen den örtlichen Popen und berichteten ihm von der Notlage dieser Tiere, aber er schien nicht sonderlich interessiert zu sein.“

d

Irrtümlicherweise hatte der Absender diese Nachricht aber nicht nur in die griechische Hauptstadt geschickt, sondern auch an die gleichnamige Athens News in Athens/Ohio in den USA, die ihn sofort veröffentlichte

http://www.athensnews.com/opinion/letters/2008/jul/03/letter-abandoned-dogs-ask-wheres-odysseus-when-you/,

und – wen wundert es? –die Mitbürger dort zeigten größeres Interesse am Schicksal dieser armen Tiere als die Griechen.

So erfuhr schließlich auch die englische Tierschützerin Vesna Jones (http://www.greekanimalrescue.com/) von der schrecklichen Geschichte, und über sie gelangte die Information endlich in die richtigen Hände, die der Tierschützer von Athen. Kurz entschlossen brachen diese zu einer Rettungsaktion auf, und inzwischen befinden sich die insgesamt sechs Hunde (eine Mutter und ihre Welpen) in Sicherheit – auch vor der Garagouni und deren Helfershelfern, wie sie betonen!

Fotos von der Rettungsaktion:

 

Plötzlich berichtete darüber nicht nur erneut die Athens News jenseits des großen Teiches

http://www.athensnews.com/news/2008/jul/07/dogs-rescued-greek-island/

und ausführlicher hier:

http://www.athensnews.com/news/local/2008/jul/10/letter-editor-sparks-international-dog-rescue/

sondern auch ein griechischer TV-Sender

http://www.skai.gr/master_avod.php?id=87285

und weitere werden folgen.

Diese Fernsehberichterstattung konnten nun die Tierschützer in Athen dazu nutzen, das neueste Machwerk des stellvertretenden Landwirtschaftsministers in aller Öffentlichkeit zu zerpflücken und die TV-Macher wie auch zumindest Teile der griechischen Bevölkerung auf ihre Seite zu ziehen.

Hoffnung keimt auf, dass die Stunden gezählt sind, in denen die Tierschutzgegner – ob getarnt in „Tierschutzunionen“, als „Tetrapodologen“ oder gar auf Regierungsebene – ungehindert ihr Unwesen treiben können!

Auch die Print Medien tragen ihren Teil dazu bei, die Antitierschutzaktivitäten der Bürokraten ins Lächerliche zu ziehen und so ihren Lesern die Augen zu öffnen:

Richardos Someritis in der griechischen Tageszeitung To Vima am 3. Juli 2008:

Antihundepolitik

Sie können dies nicht wissen, aber griechische Streuner werden  mit bewundernswerter Sorgfalt und Aufmerksamkeit vom griechischen Staat geschützt, das heißt natürlich, wenn sie es schaffen, eine Vergiftung oder den Tod unter den Rädern eines vorbeifahrenden Autos zu überleben. Ich fand dies heraus, als ich das neue Rundschreiben von Herrn Kiltidis (stellvertretender Landwirtschaftsminister) las. Seine Pressemitteilung mag zwar in etwas stockendem Griechisch geschrieben sein, aber sie schafft es dennoch, uns zu sagen, was sie sagen will.

Mit Bezug auf ein Gesetz 3170/2003 informiert sie uns, dass jeder griechische Staatsbürger das Recht hat, höchstens zwei Haustiere zu besitzen. Deshalb: Achtung, falls Ihr Hund oder Ihre Katze Junge bekommt, stehen Sie in Widerspruch zum Gesetz. Es sei denn, natürlich wickeln Sie die Jungen gut ein und schicken sie zum Hundefängerministerstellvertreter. Glücklicherweise machte Herr Kiltidis nicht weiter und sagt uns, wie viele Kinder wir haben dürfen. Gestützt auf das gegenwärtige chinesische Modell hätte er uns nur eines erlaubt. Aber wir sind Humanisten und Demokraten. Also können wir zwei Kätzchen oder Hündchen haben.

Natürlich wurden das relevante Gesetz, das von Herrn Untersekretär verzerrt wurde, tatsächlich gemacht, um tierliebenden Bürgern die Möglichkeit zu geben, bis zu zwei lebendige Vierbeiner in ihren Wohnungen zu halten, da dies zuvor verboten war. Aber Herr Kiltidis betrachtete dieses besondere Gesetz einfach aus dem entgegen gesetzten Blickwinkel. Selbst wenn Sie der Eigentümer eines ganzen Königreichs sind, dürfen Sie nicht mehr als zwei Haustiere haben. Deshalb können Sie auch nur mit maximal zwei Haustieren reisen.

"Sie können", ist natürlich nur so eine Redewendung, da es für die meisten Leute viel zu teuer ist zu reisen,  aber das ist ein anderes Thema. Also: kein Europa für Haustiere! Ihr Eigentümer sollte alle relevanten Dokumente besitzen, die sie als sein Eigentum bestätigen, was nach unserer Ansicht richtig ist. Kollektives Eigentum (z. B. durch Tierschutzorganisationen) ist jedoch verboten, und beim Verlassen des Landes muss der Eigentümer ein Dokument unterschreiben, dass er die Tiere zurück bringt - ungefähr so, wie das die Kubaner mit ihren Athleten tun. Was ist, wenn der Eigentümer irgendeinem Freund seine Haustiere anvertrauen möchte, der im Ausland lebt? Nun, dann ist er in Schwierigkeiten. Und all dies, weil Herr Kiltidis griechische Streuner vor bösen Ausländern schützen will, die, mit Hilfe und Unterstützung von Leuten mit abscheulichen, hintergründigen Motiven, die lediglich vorgeben, Tierfreunde zu sein, eine Flut griechischer Streuner ins Ausland an die Labors von Arzneimittelfirmen und Forschungzentren leiten. Mit anderen Worten: eine Abwandlung des Themas "Makedonien", nur diesmal mit Hunden (Anm. der Übersetzerin: ein Verweis auf die intensiven nationalistischen Gefühle von Griechenland in Richtung des als Makedonien bekannt Bereichs von Griechenland und dem Konflikt über der Verwendung des Namens Makedonien durch die frühere jugoslawische Republik von Makedonien).

Als ich die Pressemitteilung von Kiltidis so durchging, wurde mir klar, dass die Behörden, die sonst die meisten Dinge vermasseln, auf dem Papier einen riesigen, peinlich genau organisierten Export von Streunern durch nicht bekannt gegebene Leute zurückverfolgt haben,  die diese Flut von Hunden unter dem Vorwand ihrer Adoption in den Tod senden. Nun, es könnte solch eine Art kommerzieller Aktivität geben, aber noch niemals kam je eine Verhaftung irgendeines Katzen- oder Hundeschmugglers ans Tageslicht. Was bekannt geworden ist, sind die unbegründeten Behauptungen von einigen, dass so etwas geschehe. Und diese Behauptungen werden normalerweise gegen Tierschutzvereine und Personen erhoben, die versuchen, die Streuner durch deren Vermittlung im Ausland zu retten und die Beweise für ihre Handlungen anbieten, ganz abgesehen davon, dass viele Mitglieder dieser Vereine der Oberschicht und guten bekannten griechischen Familien angehören, die zu bestimmten Zeiten (im übertragenen Sinne) zwar das Blut der Bevölkerung trinken, aber ganz bestimmt nicht das Blut unserer vierbeinigen Freunde.

In der Vergangenheit bereitete ein anderer "tierlieber" Minister desselben Ministeriums, aber von einer anderen Partei (PASOK), eine Präsidialverordnung vor, wonach der Hundefänger, sollte er sich mit dem Widerstand seines Hundeopfers konfrontiert sehen, den Hund an Ort und Stelle erschießen durfte. Das einzige, was ich daraus schließen kann: Diese Antihundeaktivitäten der Politiker gehen weiter.

Sie können ebenfalls dazu beitragen, diesen Vorgang zu beschleunigen, indem sie, wie im nachstehenden Brief erbeten, ein Foto von Ihnen und Ihrem aus Griechenland stammenden Hund samt Ihrer Daten an unsere Freunde in Athen protest@pfo.gr schicken:

 

Download des Protestaufrufs als PDF

 

Fotos: www.pfo.gr, Text: Regina Schmid

 

tr

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14.07.08, Stefan G.