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Der Förderverein Arche Noah Kreta e. V. ist ein eingetragener Verein und als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Mitgliedsbeiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.
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9. Dezember
Malons Geschichte:
„Nur ein Augenblick“
In Braşov angekommen, hielten Nina und ich direkt vor dem riesigen Metalltor des Tierheimes. Die Kastrationsaktion stand schon in den Startlöchern, bereit für den Startschuss. Alle Hunde merkten, dass etwas Großes bevor stand, fast alle, denn während seine Freunde kläfften, an den Gittern und ihren Ketten hochsprangen und vor Freude durch die Luft wirbelten, schlief er seelenruhig, schien den ganzen Trubel zu verpassen.
Die Kofferraumtür ging auf, automatisch griffen wir nach den Dingen, die aus dem viel zu vollgepackten Auto herausfielen. Wir entschlossen uns erst einmal, alles sicher im Gebäude zu verstauen und uns dann ein Bild vom Tierheim und deren Bewohnern zu machen.
Während wir unser Equipment nach und nach in den Operationsraum schleppten, erwachte der verträumte Rüde aus seinem Schlaf. Unsere Blicke trafen sich nur kurz, doch seine Augen brannten sich tief in mein Gehirn ein. Seine Hütte stand direkt neben dem Eingang des Gebäudes, er hatte keine Decke, nicht einmal Stroh, rundherum Beton. Im Unterbewusstsein entschloss ich mich, ihn später noch einmal zu besuchen.

Wir bauten unseren Operationsbereich auf, bereiteten die Medikamente und die Verbrauchsmaterialien soweit vor, dass wir am nächsten Tag früh mit den Kastrationen beginnen konnten. Während der Vorbereitung bekamen wir schon einmal durch die Erzählungen der Tierarzthelferin einen kleinen Einblick, was uns in diesem Tierheim erwarten wird. Doch ich nahm ihre Stimme nur wie eine Melodie wahr, denn meine Gedanken kreisten sich nur um den traurigen Hund. Er war fast blind, aber den wehmütigen Blick in seinen Augen konnte er nicht verbergen. Ich hielt es nicht mehr aus und ging hinaus, zu seiner Hütte.
Er schaute ins Leere, emotionslos und ohne Lebenswillen lag er da, er schien mich nicht wahrzunehmen. Ich bückte mich zu ihm hinunter und hielt ihm meine Hand entgegen, keine Reaktion. Ich streichelte ihm vorsichtig über den knöchernen Kopf, er schaute kurz auf und lies seinen Kopf wieder sinken. Was war los mit ihm, freute er sich denn nicht über Liebe und Zuneigung? Ich machte mir Sorgen und sprach ihn an, wartete auf eine freudige Reaktion… doch sie kam nicht! Ich machte weiter, obwohl es mich traurig machte, traurig darüber, dass dieser alte Hund mit seinem Leben schon abgeschlossen hatte. Ich entschied, ihn die nächsten Tage regelmäßig zu besuchen, in der Hoffnung, dass er wieder aufblüht und sich freut.
So vergingen zwei weitere Tage, an denen ich den gleichen emotionslosen Hund an seiner Hütte besuchte und mit Streicheleinheiten verwöhnte. Ich fragte mich, wie tief wohl der Schmerz sitzen muss, den ihm seine Menschen zugefügt hatten.
Er wird so um die 10 Jahre alt sein, hat schwere Arthrose in den Gelenken und vom harten Untergrund zeichnen sich überall Liegeschwielen ab. Ich war traurig und wütend zugleich, es ist schwer zu übersehen, dass dieser Hund ein Labrador ist, den findet man nicht eben mal auf der Straße. Wahrscheinlich wurde früher einmal sehr viel Geld für ihn bezahlt und trotzdem endet sein Leben hier. Er durfte in seiner Familie nicht alt werden.
Am darauffolgenden Tag veränderte sich etwas. Als ich auf seine Hütte zukam, sprang er heraus, er wartete schwanzwedelnd auf mich - das Eis war gebrochen!
Er freute sich! Er reagierte auf meine Berührungen und ihm gefiel es, gekrault zu werden, besonders hinter den Ohren. Umso mehr Zeit ich während meiner Pausen mit ihm verbrachte, um so bewusster wurde mir, dass er früher tatsächlich ein Zuhause gehabt haben muss.
Ich entschied mich eine Leine zu nehmen und ihn von seiner kurzen Ketten abzuhängen, der Karabiner der Leine klickte zu und der alte Rüde rannte los, Richtung Ausgang. Direkt am ersten Busch hinter dem Tor löste er sich und ich merkte, dass er dies alles kannte, die Leine, Gassi gehen, das Geschäft draußen zu erledigen,… und ich wusste, ich kann ihn hier nicht zurück lassen und wieder enttäuschen, das würde der liebenswerte alte Hund nicht noch einmal überstehen.
Abends saß ich an seiner Hütte und streichelte ruhig seine Ohren, sein Kopf lag auf meinem Bein, während er zufrieden schnaufte und wieder in seiner Traumwelt versank.
Ich machte mir Gedanken, weshalb dieser treue Hund hier seinen Lebensabend fristen musste. Ich wurde wütend, denn die Arthrosen in seinen Gelenken und das hohe Alter schienen der Grund dafür zu sein.
Ich entschied mich, ihn nicht länger namenlos zu lassen. Ich versuchte ihn mit den verschiedensten Namen anzusprechen, doch es kam keine Reaktion, was wohl daran lag, dass er fast taub ist.
Ich habe mich dazu entschieden, ihn auf den letzten Schritten seines Lebensweges zu begleiten und gab ihm den Namen „Malon“.
Anmerkung:
Malon hätte nicht noch einen Winter an der Kette, bei eisiger Kälte (bis zu -40 Grad) überlebt. Er reiste einige Tage nach meinem Besuch mit einem Transport nach Deutschland, überquerte viele Grenzen, um hier ein Zuhause zu haben. Er wurde tierärztlich untersucht und mit Medikamenten eingestellt, damit er schmerzfrei und glücklich seinen weiteren Lebensweg beschreiten kann. Hier erfährt er, was es heißt, „Hund in Deutschland“ zu sein, dass er keine Angst mehr haben muss, im Stich gelassen zu werden. Nicht hungern zu müssen, einen warmen Platz zu haben und auf einer weichen Decke zu liegen.
Ich habe drei Wochen in Rumänien gearbeitet und in einigen Tierheimen/- lagern katastrophale Verhältnisse erlebt. Malon ist kein Einzelschicksal, damit wir auch weiterhin Tieren in Not helfen und ihnen ein besseres Leben schenken können, unterstützen Sie uns mit einer Spende!
Carina Bercht







