Hilfsnavigation:

Foto einer Kreta-Tierschützerin, die einen Arm um einen schwarzen Hunde legt und ihr Gesicht in das Fell des Hunde vergräbt.
Logo und Schrift Förderverein Arche Noah Kreta e.V.

Standortnavigation: Sie sind hier

Tipps und Hilfe zur Bedienung dieser WebseiteLoginKontakt, Ansprechpartner, InfotelefonSitemap
Freitag, 18. Mai 2012

Home

Quicklinks:

1. Dezember

Elf

Wieder einmal kam ein Anruf von einem Griechen, Tavernen- und Hundebesitzer, der mit seinen Hunden überfordert war. Schon mehrmals hatten wir versucht, ihn dazu zu bewegen, seine Hündin kastrieren zu lassen. Nun wollte er sie loswerden. Sie sei zu alt.

Wir fuhren hin, zu einem Stall unterhalb von Mariou, um sie abzuholen und fanden… die Hündin, in schlechtem Zustand – und Welpen. Wir kamen mit dem Zählen nicht hinterher, fünf… sieben… neun – insgesamt 11 Welpen! Einen Welpen fanden wir tot vor der Hundehütte. Sieben kleine, etwa drei bis vier Wochen alt und vier größere, zirka sechs Wochen alt aus einem anderen Wurf.

Alle waren in einem erbärmlichen Zustand. Sie waren vollkommen verdreckt, allesamt hatten dicke Bäuche, was auf starke Verwurmung hinweist. Steffi und Marita beschlossen, sie allesamt mitzunehmen. Die Mutterhündin natürlich auch, doch wie sich bald zeigte, hatte sie nur noch wenig Milch und stieß die Kleinen weg.

Glücklicherweise konnten aber alle elf Welpen selbständig essen und trinken und uns blieb die aufwendige Flaschenfütterung erspart! Dafür mussten sie aber alle ordentlich gewaschen werden. Alle bekamen eine Wurmkur über mehrere Tage. Es war unglaublich, wie viele Würmer sie ausschieden!

Es wurde mit dem Besitzer verabredet, dass die Welpen ca. drei bis vier Wochen bei Marita und Steffie blieben und der Besitzer sie dann abholen und für die weitere Unterbringung sorgen würde. Er hatte sich bereit erklärt, die Kosten für Futter und Medikamente selbst zu tragen.
Wir wussten nicht, ob wir uns darüber freuen sollen. Zu frustrierend ist die Erkenntnis, dass wieder einmal zu lange gewartet wurde, trotz mehrmaliger Angebote, die Hündinnen zu kastrieren.
Dazu kam die Sorge, an welche Plätze der Besitzer die Welpen vermitteln würde. Es bestand die Befürchtung, dass einige der Hunde wieder an Ketten landen würden, an irgendwelchen Plätzen, um irgendetwas zu bewachen.

Wochenlang päppelten wir die Elf. Sie waren in sehr schlechter Verfassung, geplagt von Würmern, Giardien und Kokzidien. Dazu kam eine hartnäckige Hautinfektion. Das regelmäßige Verabreichen all der Medikamente, ständige Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen, Kotproben, spezielle Fütterung- all dies war sehr aufwändig. Wenn wir aber Welpen in unsere Obhut nehmen, dann haben sie bei uns die Garantie, dass keine Anstrengung gescheut wird, um gesunde, glückliche Tiere aus ihnen zu machen.

Natürlich waren uns die Kleinen nach dieser langen Zeit sehr ans Herz gewachsen und wir brachten es nicht über uns, sie dem Bauern zurückzugeben. Eine Mutterhündin war zudem Leishmaniose positiv getestet worden. Wir berichteten von der Krankheit und der realen Möglichkeit, dass die Krankheit auf die Welpen übertragen worden sein könnte. Der Bauer verzichtete glücklicherweise recht schnell auf seine Welpen, die er teilweise schon Freunden und Bekannten angeboten hatte, von denen wir wussten, dass sie ihre Hunde lebenslang an Ketten halten.
Wie sich später herausstellte, hatte keine Übertragung stattgefunden – die Welpen waren gesund und sollten nun ein Zuhause finden. Viele wurden in den Norden vermittelt, einige über das Tierheim Solingen. Die Vermittlung ging schneller als gedacht und viele Familien meldeten sich glücklich bei uns über ihren neuen Familienzuwachs.
An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Tierärzte der Arche Noah Kreta, die uns mit medizinischem Rat zur Seite standen und uns geholfen haben, alle durchzukriegen.

Silke, APAL