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Foto einer Kreta-Tierschützerin, die einen Arm um einen schwarzen Hunde legt und ihr Gesicht in das Fell des Hunde vergräbt.
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Montag, 6. September 2010

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4. Dezember

Man kann sich vorstellen, dass das Erscheinen eines Weihnachtsmannes mit Engeln und Schlitten zu einem großen Menschenauflauf führt. In Ancona ist das anders. Lediglich am Schalter der Superfast Fähre ist die Hölle los und als der Weihnachtsmann, für den sich bis dahin noch keiner interessiert hat, endlich an der Reihe ist, ist für den langen Schlitten kein Platz mehr. Der Weihnachtsmann überlegt kurz, ob er mit dem Schlitten nicht doch nach Patras in Griechenland fliegen soll, entscheidet sich dann aber schließlich für die Minoan-Line, die etwas später, genauergesagt vier Stunden später, ablegt. Ein dicker Haufen irdischer brauner und grüner Papierzettel schiebt sich durch den unteren, offenen Teil des Schalterfensters und zurück kommen lediglich schwarz weiße Tickets. Da steht aber weder Weihnachtsmann noch Engel drauf, trotzdem ist damit der Einlass gewährleistet.

Selten parkt ein Schlitten auf dem Oberdeck und die Hektik der Einweiser ist unbeschreiblich. Im Laufe des Rangierens stellt sich aber heraus, dass die Hektik jeden begleitet, der sein Gefährt millimetergenau, meistens rückwärts, zwischen die Reihen der bereits festgezurrten Riesen einfädeln muss. Es hat also nichts mit Weihnachten zu tun.

Dann ist Ruhe. Zumindest für 21 Stunden, nämlich bis zu genau dem Zeitpunkt, an dem die riesige Ladeluke sich ächzend dem blauen Himmel entgegen hebt und den Blick auf das sonnige Festland von Griechenland freigibt. Sonnig? Das war wohl nichts. Dauerregen begleitet das… wie heißt es doch im Fachjargon? „Löschen“ des Schiffes. Das Wetter nimmt den Begriff ziemlich ernst, obwohl es definitiv an keiner Stelle brennt.

Und jetzt wird es spannend, denn die 214 Kilometer von Patras nach Athen sind Rennkilometer auf einer Strecke, auf der es keine Regeln zu geben scheint. Andere, teilweise noch weit größere Schlitten, versuchen am Hafen der griechischen Hauptstadt noch Anschlussfähren zu bekommen und die Überholmanöver dieser endlosen Kolonne besitzen Formel 1 Charakter. Der Weihnachtsmann drosselt die Fahrt mit seinem typischen ho-ho, aber sicherer wird die Fahrt dadurch auch nicht. Es spielt keine Rolle ob man hier der Jäger oder der Gejagte ist.

Kurz vor Athen klingelt mal wieder das Handy. „Könnt Ihr auch uns helfen?“, fragt die Stimme aus dem Elektrikkasten und die Engel nicken heftig, als der Weihnachtsmann die Frage nach hinten weiterreicht.

Dann steht der Schlitten vor einem großen Tor.