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Foto einer Kreta-Tierschützerin, die einen Arm um einen schwarzen Hunde legt und ihr Gesicht in das Fell des Hunde vergräbt.
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Freitag, 10. September 2010

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Wunschzettel

Der Weihnachtsmann stand leise auf, um den Kleinen weder zu stören, noch zu erschrecken. Er ging auf ihn zu und blieb wenige Schritte vor ihm stehen.

„Was machst Du hier und wie bist Du hier hereingekommen?“, fragte der Weihnachtsmann so vorsichtig und lieblich, wie es ihm nur eben möglich war.

Der Zwerg schaute aber nicht einmal zu ihm hoch sondern schrieb die letzten Zeilen auf das weiße Stück Papier. Dabei schnellte seine Zunge immer wieder über die Lippen, ein Zeichen, dass ihm die Arbeit nicht leicht fiel.

„Die Tür war auf und da in diesem Haus der Engel wohnt, dachte ich mir, dass es am besten sei, den Wunschzettel hier zu schreiben um ihn direkt abgeben zu können.“

„Oh, das ist schlau“, sagte der Weihnachtsmann, strich sich über seinen langen Bart und fragte sich, warum der junge Mann keinerlei Furcht vor ihm zeigte. Schließlich fingen die meisten Kinder an zu stammeln, wenn sie ihr auswendig gelerntes Gedicht vortragen sollten.

„Ich habe keine Angst vor dem Weihnachtsmann, schließlich kenne ich ihn schon seit fünf Jahren“, schien der Kleine die Gedanken des Weihnachtsmanns erraten zu haben. „Aus diesem Grunde bin ich ja hier.“

„Und was hast Du auf Deinen Wunschzettel geschrieben?“, fragte der immer noch erstaunte Weihnachtsmann und schielte neugierig auf das Stück Papier.

„Soll ich es Dir vorlesen?“, erwiderte der Junge.

„Gerne“, antwortete der Weihnachtsmann, denn seine Augen waren nicht mehr die besten.

„Gut“, sagte der hellblonde Zwerg. „Hör genau hin!“

„Als erstes bräuchte ich ein neues Fahrrad, weil mein altes gestohlen wurde. Dann wünsche ich mir einen ferngesteuerten Trecker. Wenn das alles erfüllt werden kann und noch Platz ist, wäre es toll, wenn keine Tiere mehr gequält werden würden!“

Der Weihnachtsmann schaute auf. Die ersten beiden Wünsche waren typische Kinderwünsche, aber der dritte Wunsch kam kleinen Kindern selten über die Lippen. Doch bevor er etwas sagen konnte, fuhr der Kleine fort: „Aber wichtiger als alles andere wäre, dass  mein Papa nicht mehr so oft verreisen müsste.“

Der Weihnachtsmann zog schnell einen Stuhl zu sich heran, denn seine Knie wurden weich.

„Was macht denn Dein Vater?“, fragte er vorsichtig.

Der Kleine wurde ernst. Er schaute zum ersten Mal dem Weihnachtsmann direkt in die Augen, so dass dieser erkennen konnte, wie süß der Zwerg vor ihm tatsächlich war.

Dann sagte er mit erschreckend ruhiger Stimme: „Er rettet Tiere!“