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Foto einer Kreta-Tierschützerin, die einen Arm um einen schwarzen Hunde legt und ihr Gesicht in das Fell des Hunde vergräbt.
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Montag, 6. September 2010

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Der Schlitten ist hochmodern geworden

Alles hat sich verändert.

Der Schlitten ist hochmodern geworden. Nicht mehr rot und mit Tannenzweigen und Glöckchen geschmückt jagt er durch den schneebedeckten Himmel, sondern grün und dreckig. In den letzten zwei Jahren hat er stark gelitten, denn die angezeigten 100.000 Tierschutzkilometer auf dem Zähler haben ihre Spuren hinterlassen. Zwar hat der moderne Weihnachtsmann oft das Gefühl, dass auch sein Schlitten fliegen und schwimmen kann, aber diese Gefühle sind subjektiv.

Nun steht das Weihnachtsfest vor der Tür und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Er soll, mit frischer Inspektion aber leider noch mit alten Reifen, auf große Fahrt gehen, denn die Tierfreunde auf einer fernen Insel haben sich gewünscht, dass er alle Flugboxen – und das sind wahrlich nicht wenige – zurück auf die Insel bringt. Sehr teuer, ungewiss und oft mit Transportschäden versehen ist das altmodische Verschicken auf postalischem Wege eher unbeliebt. Daher ging ein langer Wunschzettel mit vielen langen Straßen und Treffpunkten beim Weihnachtsmann ein. Zu seiner großen Freude fand sich parallel dazu ein älterer Wohnwagen, der seinen leeren Inhalt großzügig für die Flugboxen bereitstellen würde, wenn er hinter dem grünen Schlitten nach Kreta gezogen werden würde. Die Kosten, die dem Weihnachtsmann dadurch entstehen würden, wären ebenfalls gedeckt.

Leider ist das Weihnachtsfest aber keine Angelegenheit, die vor irdischen Schwächen schützt und so platzte die Fahrt exakt 19 Stunden vor Abfahrt. Was blieb dem Weihnachtsmann also anderes übrig, als die minutiös geplante Route mit dem, ebenfalls grünen, Vereinsanhänger zu starten, der bis dahin noch unberührt auf seinen anstehenden Winterschlaf wartete. Also wurde nach alter Manier geräumt und umgeschichtet, Kisten wurden bewegt und Kartons geschleppt. Ein Engel trug ebenfalls kiloweise Dinge in die grünen Kutschen und wunderte sich kopfschüttelnd, wie das da alles rein passen sollte.

Nun ist der moderne Engel von heute in der Nicht-Weihnachtszeit nicht mehr alleine auf Wolke sieben, sondern er hält sich … zum Beispiel: Hunde! Es sind natürlich nicht irgendwelche Hunde, das wäre für einen Engel auch viel zu banal, nein es sind kranke Hunde. Zwei, die sowieso immer da sind und manches Mal ein Gast – krank natürlich. Und wehe dem Weihnachtsmann, er findet zwischen all den Kisten und Kartons nicht ein kuscheliges Plätzchen für die drei Mitfahrer. Ob der Weihnachtsmann vorne auf seiner Kutsche friert und bibbert, ist dabei völlig egal, Hauptsache die Hunde liegen weich!

Der Aufbruch eines stark übermüdeten Weihnachtsteams gegen fünf Uhr morgens beginnt mit einem sternenlosen Himmel. Keine Schneeflocke weit und breit. Glück für den Weihnachtsmann, der zielstrebig die Zügel aufgreift und den Pferdestärken zu verstehen gibt, dass sie sich ins Zeug legen können. Auf Schnee könnten die alten Reifen tatsächlich an Kufen erinnern …