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Montag, 6. September 2010

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Der Weihnachtsmann drängte zur Eile

Der Weihnachtsmann drängte zur Eile. Jetzt waren er und seine Engel schon drei Tage an diesem Ort und die Bitten und das Flehen der anderen Kinder nach den mitgebrachten Gaben machten ihn nervös. Die Pferde waren ausgeruht, die Kutsche ein wenig leichter und die Arbeit war erledigt. So glaubte er.

Während die letzten Kisten aufgeladen wurden, klingelte erneut die Hofglocke. „Nicht schon wieder…“, dachten die Engel, als eine Hündin eintrat, die sehr unsicher wirkte. Sie schaute sich kurz um, kam vorsichtig auf einen der Engel zu und fragte: „Man hat auf mich geschossen und seitdem spüre ich einen Schmerz und einen Knubbel an meiner Seite. Ich habe Angst, dass sich das entzündet und Kinder möchte ich zwar weiterhin gerne haben, aber meine Angst, dass auch sie erschossen werden, ist größer. Also könnt ihr…?“

Die Engel wären sowieso nicht aufgestiegen, ohne zuvor dieser Hündin zu helfen. Damit raste des Weihnachtsmanns Zeitplan mit Vollgas an ihm vorbei. So war es eigentlich immer, dachte er und trottete mit einem Zaubertuch hinter seinen Engeln her.

Als alles vorbei war, sprachen die Engel mit den Menschen und baten diese, sich um die angeschossene Hündin zu kümmern. Dann sprangen sie auf die Kutsche neben den bereits wartenden Weihnachtsmann, umarmten kurz vorher noch einmal alle herbeigeeilten Zweibeiner, winkten und verschwanden im Nebel der tief hängenden Wolken.

Der Weihnachtsmann trieb seine Pferde zur Eile an, denn er hatte sich auf den Blödsinn menschlicher Zeitplanung eingelassen. So sollte er um 10:30 Uhr, menschlicher Zeit natürlich, an einer Brücke warten. Dorthin wollte eine dünne Frau kommen und einige der auf der Kutsche befindlichen Boxen entgegennehmen. Auch bei ihr hatten sich 10 Hunde eingefunden, die unter das heilige Zaubertuch wollten. Also trieb der Weihnachtsmann seine Pferde unaufhaltsam die Berge rauf und auch wieder runter, um pünktlich den verabredeten Platz unter der Brücke zu erreichen. Aber die dünne Frau war noch nicht da. Bei manchen menschlichen Exemplaren scheint Unpünktlichkeit einprogrammiert zu sein, aber da der Weihnachtsmann gerade in diesen Tagen unter extremem Stress litt, überlegte er kurz und fuhr der Frau entgegen. In dem Dorf, in dem sie wohnt, findet wohl jährlich ebenfalls ein großes Weihnachtsfest statt und die Dorfstraße war überfüllt mit Menschen und geparkten Autos. Der Weihnachtsmann bugsierte seinen über 10 Meter langen Schlitten durch die Autoreihen, aber von der dünnen Frau keine Spur. Er fuhr quer durch das Örtchen, wendete und schlängelte sich erneut durch das Weihnachtsfest. „Dann hat sie mich wohl vergessen“, dachte sich der Weihnachtsmann, nachdem er 15 Minuten gewartet hatte und machte sich auf zur nächsten Station.