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Foto einer Kreta-Tierschützerin, die einen Arm um einen schwarzen Hunde legt und ihr Gesicht in das Fell des Hunde vergräbt.
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Freitag, 3. September 2010

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Komm zu uns, kleine Katze

„Komm zu uns, kleine Katze“, sagte der Engel und legte seinen Arm um ihre Schulter.

Ein seltsames warmes Gefühl kroch an ihrem Körper hoch und augenblicklich wusste sie, dass die Entscheidung, die ja eigentlich der Ziegenbock für sie getroffen hatte, die richtige war.

„Na dann lass uns mal schauen, was dir angetan wurde“ sagte der Engel und hob vorsichtig ihren Hals nach oben. „Tut ganz schön weh, was?“

Sie nickte stumm.

Dann kam der andere Engel hinzu, schaute ebenfalls auf die weit aufklaffende Wunde und wurde ernst.

„Du musst unter das Tuch, ansonsten kriegen wir den Draht da nicht raus. Er ist so angelegt, dass er sich selber zuzieht, wenn du dich bewegst. Sowieso komisch, dass du dich noch nicht selber stranguliert hast.“ Aber hab keine Angst, Drähte haben wir schon sehr viele entfernt, das wird ein Klacks. Und ich verspreche dir, dass es nicht wehtun wird. Du merkst absolut nichts.

Sie nickte erneut stumm.

Der Engel beauftragte einen der Menschen, eine Zange zu holen und dieser kam unverzüglich wieder. In seiner Hand lag ein großer Seitenschneider.

In dem Moment, in dem sich das Zaubertuch über sie breitete, verfiel die kleine Katze in einen traumlosen Schlaf. Sie nahm nicht mehr wahr, wie ihre Wunde gesäubert und der Seitenschneider vorsichtig angesetzt wurde. Es knackte unter dem Tuch und der Draht war entfernt. Es ist selten, dass die Engel menschliche Hilfe brauchen, aber in diesem Fall wäre ohne Zange eine Befreiung nicht möglich gewesen.

Als sie in einer warmen Decke wieder das Bewusstsein langsam in sich hochkriechen spürte und ihre Sinne wieder Klarheit erlangten, fühlte sie sich befreit. Ihr Hals war nicht mehr eingeschnürt, kein Draht erschwerte ihr Schlucken. Überglücklich schaute sie sich um, als sie unter ihrem Bauch einen kleinen Schmerz spürte. Ja richtig, darum hatte sie den Engel kurz vor dem Einschlafen ja noch gebeten. Auch sie wollte keine Kinder mehr in diese Welt gebären.

Morgen, das hatte sie sich fest vorgenommen, wollte sie den Ziegenbock besuchen und ihm für all das Danken, was er für sie getan hatte.