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Foto einer Kreta-Tierschützerin, die einen Arm um einen schwarzen Hunde legt und ihr Gesicht in das Fell des Hunde vergräbt.
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Freitag, 10. September 2010

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Vassilis & Co








Hallo, ich bin Vassilis !! Vor ziehmlich genau einem Jahr war ich ein kleiner Welpe, der seine Mutter verloren hatte, und damit rechnen musste, zu verhungern oder auf andere Weise sein kurzes Leben abzuschließen. Meine Geschichte fängt so an :

Ich wurde geboren und wie das bei uns so ist, konnte ich nichts sehen, sondern spürte nur meine Geschwister und meine Mutter, die immer für uns da war. Eines Tages, wir hatten gerade warm aneinander gekuschelt an Mamas Bauch unsere Milch getrunken, hörte ich Geräusche, die ich noch nicht kannte. Jetzt weiss ich, dass es Menschenstimmen waren, die unsere kleine Familie gefunden hatten. Plötzlich wurde es kalt und ich merkte, dass Mama ganz unruhig wurde. Sie weinte und wir weinten und dann fand ich mich mit meiner Schwester Kyra in einer Kiste wieder. Wir wurden in ein Auto gepackt und dann fuhren wir eine ganze Weile, bis die Kiste aus dem Auto gehoben wurde und wir mit noch anderen Hundekindern zusammen auf ein Feld geschüttet wurden. Zu diesem Zeitpunkt fing ich an zu sehen, war mir aber fast sicher, dass das nicht unbedingt das war, was ich in diesem Moment wollte. Ich sah etwa 10 Hundekinder, die alle nach ihrer Mutter suchten, mittendrin ich und meine Schwester. Die Menschen verschwanden und eine Zeit lang war da gar nichts, ausser einem Feld, Regen, Kälte und Angst. Dann kam eine andere Hundemutter, die als Stiefmutter nicht in Frage kam, da sie sehr wütend war und auch sehr traurig. Wir erfuhren, dass jemand ihr ihre Kinder weggenommen hatte und sie war nicht in der Lage mit uns so umzugehen, oder uns in irgenweiner Weise anzunehmen. Sie war so von ihrer Wut und dem Kummer zerfressen, dass sie anfing, ein Hundewelpen nach dem anderen umzubringen. In Todesangst rannte ich mit meiner kleinen Schwester auf dem Feld herum und glücklicherweise fanden wir ein Loch, das groß genug war, um hinein zu kriechen. Eine Weile passierte gar nichts, nur dass wir wahnsinnigen Hunger hatten und noch nicht gelernt hatten, wie man ohne seine Mutter etwas zu fressen finden kann.

Nach zwei endlos langen Tagen hörten wir wieder diese Geräusch von Menschenstimmen. Drei unserer „Kollegen“, die in einem anderen Loch saßen, meinten, es sei besser auf diese Menschen zuzugehen, schlimmer könne es nicht kommen und verhungern wollten sie nicht. Wir beide blieben in unserem Versteck und warteten was passieren sollte. Obwohl die anderen drei bereits auf den Armen eines großen Mannes gehalten und bekuschelt wurden, hatten wir immer noch große Angst und wollten lieber nicht entdeckt werden, aber schwupp zog mich eine Frau aus meinem Loch und redete mit lieber Stimme zu mir. Schwupp, wurde auch meine Schwester aus dem Loch gezogen und es ging wieder in eine Kiste und wieder in ein Auto. Der Horrotrip sollte weiter gehen,... dachte ich !!!. Wir wurden in ein Haus gebracht und bekamen zusammen mit den anderen Dreien einen großen Korb mit vielen Decken. Es wurde wärmer und ich dachte ich träume, als plötzlich ein ganz neuer Geruch in meine Nase drang. Es gab endlich etwas zu fressen. Wir fraßen bis unsere Bäuche ganz dick waren und wir kaum noch laufen konnten. Kleine Kinder streichelten uns und drückten uns ansich und bei aller Skepsis, die ich wohl mein ganzes Leben lang gegenüber Menschen haben werde, muss ich sagen, dass ich ahnte, dass es uns erstmal gut gehen würde. So war es dann auch. Wir rannten zu fünft den ganzen Tag in einem großen Garten umher. Wir wurden gerufen zum Essen und abends in ein Häuschen zum schlafen gebracht. Ein großer Papahund war auch da, der uns beibrachte, wie man Löcher gräbt und Schuhe anknabbert und was man sonst noch so für tolle Sachen machen kann. Wir wuchsen und lernten und man kann sagen, dass es uns richtig gut ging. Es kamen noch mehr Hunde zu uns, die ich nicht alle unbedingt gut leiden konnte, aber auch sie hatten alle etwas verloren und mussten von der Straße gerettet werden.

An dem Tag als meine Schwester ins Auto gebracht wurde, um nach Deutschland zu fahren, brach mein Herz ein zweites Mal. Wieder wurde ich getrennt von jemandem, den ich so geliebt habe. Allerdings fuhr sie mit Thomas und Ines in einem großen Wagen davon und unser Hundepapa erklärte uns, dass sie es gut haben wird und eine eigene Familie finden wird, die sie lieb haben wird und dass dann das die Abschiede ein Ende haben werden. Da unser Hundepapa ein großer Optimist war, obwohl er nur ein Ohr hatte und von den ersten Menschen die er traf fast erschossen wurde, und ich nicht ganz glauben konnte, dass irgenwann alles mal ganz in Ordnung sein könnte, blieb ich vorsichtig mit meiner Zuversicht. Letzendlich musste ich ihm aber vertrauen, denn eines Tages wurde auch ich in eine Kiste gepackt und zum Flughafen gebracht. Meine Menschenmama hatte mir eine Tablette gegeben und ich konnte das wilde Treiben an diesem Ort nicht mehr genau wahrnehmen. Ich verstand aber, dass sie sich von mir verabschiedete und ich war traurig, als ich sie zurück ließ am Flughafen, während ich auf dem Förderband ins Flugzeug transportiert wurde. Dann schlief ich ein.

Mein Erwachen war sehr aufregend und ich musste an die Worte meines Hundepapas denken, der uns sagte, dass wir eine neue Familie finden werden, in der wir der einzige Hund sind und sogar im Haus schlafen dürfen. So schien es dann auch zu sein. Ich wurde am Flughafen schon freudig empfangen und sie kannten sogar meinen Namen. Eine Nacht blieb ich noch zurückhaltend, ich war auch sehr müde von dem Flug, aber dann versuchte ich meine Zeit in diesem ganz anderen Land zu genießen. Als Meine Pflegeeltern Besuch bekamen von einer Familie, die sogar ein Kind hatten, mit denen ich so gern spiele, enschied ich mich. Ich legte mich ins Zeug und wollte, dass genau diese Familie mich mitnimmt und ich bei Ihnen für immer bleiben darf. Es klappte !!! Mein Name wurde geändert und mein ganzes Leben begann erneut vor vorn. Ich werde jetzt von meiner Familie geliebt und jeden Tag verliere ich mehr die Angst vor Menschenstimmen. Nachdem mein Leben mit so viel Unglück begonnen hatte, muss ich sagen, dass ich jetzt ein glücklicher Hund bin und dass es gut ist, dass es viele Menschen zu geben scheint, die sich einen Plan überlegt haben, um Hunde wie mich zu retten und es geschafft haben, mir ein wunderbares zu Hause zu geben.

Christina Rohde-Tsioros