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Foto einer Kreta-Tierschützerin, die einen Arm um einen schwarzen Hunde legt und ihr Gesicht in das Fell des Hunde vergräbt.
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Samstag, 4. Februar 2012

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Leben und Liebe – oder:

Es muss nicht immer Deutschland sein

Es war ja wirklich ein unmöglicher Zustand - als Tierfreundin jede Menge Platz und Zeit zu haben und nur noch einen Hund!

Na ja, ich mache es kurz, oder sagen wir lieber, ich versuche es.

Charlie, meine kleine Hündin, hatte ich Ende September leider einschläfern lassen müssen (bei ihr war schon vor 4 Jahre Leishmaniose ausgebrochen, und den Kampf dagegen konnte sie durch ein totales Nierenversagen leider nicht gewinnen). Jetzt war mir nur noch Lina geblieben, eine Collie-Mix-Hündin, inzwischen auch schon 9 Jahre alt. Die beiden Mädels hatte ich vor vielen Jahren in Plaka gefunden, einem kleinen Dorf nahe Elounda. Aus irgend einem Grund waren sie damals ausgesetzt worden... Besser, Ihr fragt nicht nach!

Ich hatte aber schon immer gesagt, dass es zwei Hunde bei mir geben soll, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

So, und jetzt waren fast drei Monaten vergangen und noch immer kein zweiter Hund? Ich denke mir, ich schaue mal nach im Internet – bei www.kreta-hunde.de... Ihr kennt diese Seite, oder?

Da sehe ich dort das Bild der kleinen braunen Zina. Ich suche ja bewusst etwas Kleineres und nicht allzu jung, damit ich mir kein drittes Sofa kaufen muss (ich möchte schließlich auch noch gerne irgendwo sitzen) und meine Lina nicht in der Wahnsinn getrieben wird mit einem verrückten Welpen, der Tag und Nacht spielen will.

Zina, so steht da, lebt in eine Gruppe von zehn Hunden auf der Strasse beim Venizelos-Krankenhaus in Heraklion – alles andere als ein Traumplatz.

Ich rufe also sofort Verena in Heraklion an, und sie erzählt mir, dass Athina, eine supernette junge Griechin, diese Gruppe Hunde jeden Tag ohne irgendeine Unterstützung versorgt. Athina ist natürlich überglücklich, dass ich mich für die Kleine interessiere, aber da gibt es noch ein klitzekleines Problem…

Dieses Problem heißt Agapi und ist Zinas Freundin – Schwester – Schatten… Die zwei sind einfach immer und überall zusammen! Nun gut, wie gesagt, ich will diese Geschichte kurz halten. Ich bin letzten Montag nach Heraklion gefahren, habe mich mit Athina getroffen und mir die beide Mädels geholt.

Jetzt sind sie da, die zwei Süßen und so was von lieb und dankbar, einfach herzig! Sie schlafen zusammen (fragt mich besser nicht genau, wo!), spielen zusammen (was ein Glück für Lina!), gehen nach einer kurzen Lernphase schon nach nebeneinander an der Leine und genießen unsere gemeinsamen Spaziergänge. Der Wechsel tut ihnen so gut - von Heraklion, der Großstadt mit Asphalt, Autos und jeden Tag die große Gefahr, dass jemand sie vergiftet nach Tsifliki, einem Dorf am Meer mit nicht einmal 15 Einwohnern und überall von Grün umgeben. Und seit heute bellen sie auch alle Katzen an und verstehen nicht so ganz, warum ich das gar nicht mag, aber daran arbeiten wir noch!

So, das ist in Kurzform die Geschichte von Zina, die jetzt Zoe heißt(was Leben bedeutet) und ihrer Herzensfreundin Agapi (was Liebe bedeutet).

Es gibt viele arme Straßenhunde, mittlerweile aus ganz Südeuropa, die das große Los gezogen und ihr Glück in einer liebevollen Familie in Deutschland, der Schweiz, Österreich oder Holland gefunden haben - in Ländern jedenfalls, wo man Tiere als Familienmitglied sieht und nicht als Nutztier.

Dieses große Los aber kostet viel Geld, und deswegen wünsche ich mir von Herzen für alle Zoes und Agapis, die dort, wo sie geboren wurden, kein Zuhause finden, dass Tierschutzvereine wie die Arche Noah Kreta e. V. viel stärker unterstützt werden. Sie brauchen die Hilfe aller Tierfreunde, damit sie weiter machen können; es gibt hier nämlich leider noch einiges zu tun!

Aus einem immer noch sonnigen Kreta wünschen Lina, Zoe, Agapi, fünf Katzen und „Mama“ Phaedra ein schönes Weihnachtsfest!

P. S.: Ihr werdet verstehen, dass es diesen Winter für mich keine Reise ins kalte Deutschland oder zu meiner Mama in die Niederlande gibt. Ich kann ja meine kleine Familie nicht alleine lassen – und den Zweibeiner habe ich letzten Sommer schon dahin geschickt, wo der Pfeffer wächst... Ach, habe ich das nicht wieder schön gesagt?

Phaedra Hoffs, Elounda