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Foto einer Kreta-Tierschützerin, die einen Arm um einen schwarzen Hunde legt und ihr Gesicht in das Fell des Hunde vergräbt.
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Samstag, 4. Februar 2012

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Froufrou tanzt!

Sie tanzte über die Dorfstraße von Tsikalaria, als Popi sie fand – immer wieder, immer im Kreis, immer in dieselbe Richtung, als ob sie dazu abgerichtet worden sei… Niemand wusste, wo sie hergekommen war, und niemand hatte unter ihrem langen Pony bemerkt, dass ein Auge zerstört war. Die Kinder auf dem Schulhof lachten nur, klatschten in die Hände, die Erwachsenen gingen achtlos vorbei.

Popi nahm sie auf, befreite sie von ihren beißenden und saugenden „Untermietern“, ließ ihr Auge operieren und sie kastrieren, und Froufrou tanzte für sie, fröhlicher und lebhafter als je zuvor. Ein ganz besonderer Hund! Unter Tränen nahm Popi von ihr Abschied, als sie Froufrou auf die Reise nach Deutschland schickte, aber sie wusste, es musste sein, damit sie wieder andere aufnehmen konnte, die ihre Hilfe brauchten. Es waren ja so viele!

Und wieder weinte Popi - aber diesmal vor Freude, als sie einen Brief mit Fotos von Froufrou bekam, auch wenn sie die Worte nicht verstand und erst warten musste, bis sie eine Freundin ihr übersetzte. Da weinte sie dann das dritte Mal…

Brief

26.10.08

Liebe Frau Popi,

zuerst das Wichtigste: Ihrer Kleinen geht es sehr gut, wir glauben sogar, dass sie es verspürt, wie gut sie es getroffen hat. Doch nun der Reihe nach:

Meine Frau und ich leben in Süddeutschland etwa 30 km westlich des Bodensees und in der Nähe des Rheins. Von uns aus sind es nur etwa 800 Meter bis an die Grenze zur Schweiz. Wir sind beide im Pensionsalter und haben jetzt über 40 Jahre lang immer mit einem Hund zurammen gelebt. Zuerst hatten wir einen Dackel (weibl.). Er wurde fast 12 Jahre alt. Unsere zweite Tochter war mit ihm zum Tierarzt gefahren, weil er immer öfter Hustenanfälle bekam. Nach Röntgenaufnahmen wurde der Hund wieder auf den Boden gesetzt, lief noch ein paar Schritte und fiel dann plötzlich tot um. Die Aufnahmen zeigten dann, dass der Hund ein viel zu großes Herz hatte, wodurch ihm schon ab und zu die Luft abgedrückt wurde.
Danach übernahmen wir von einem Züchter in der Schweiz einen Sennenhund (weibl.), auch dieser Hund war ein überaus liebes und kluges Tier. Im Alter von 8 Jahren hatte er einen Kreuzbänderriss am rechten hinteren Knie und konnte fast nicht mehr laufen. Der Sohn unseres Tierarztes, der selbst schon einige Jahre an der Tierklinik in Zürich tätig war, konnte ihm aber durch eine Operation he1fen. Diese war nicht billig, die Tatsache aber, dass der Hund danach noch 7 Jahre lebte und 15 Jahre alt wurde, beweist, dass wir richtig gehandelt hatten.

Dann kam unser Robby, ein Mischung aus Spanien, den wir etwa ein Jahr alt über eine private Hundehilfe vermittelt bekamen. Da meine Frau und ich zu dieser Zeit nicht mehr berufstätig waren, lebten wir mit ihm stets Tag und Nacht zusammen und bekamen so eine besonders nahe Beziehung zu einander. Dieser Hund (männl.) hat uns sehr viel Zuneigung gegeben aber auch viel Zuneigung bekommen. Es war einer der schwersten Tage in meinem Leben, als ich ihn einschläfern lassen musste. Er hatte an den Hinterbeinen schon fast keine Muskeln mehr und hinlegen sowie aufstehen bereitete ihm Schwierigkeiten. Auch wurde ihm das Laufen langsam zur Qual. Ich sehe ihn noch heute vor mir sitzen und mich mit seinen großen Augen ansehen. Er wusste wohl, dass seine Zeit zu Ende ging. Eine Untersuchung ergab, dass er am oberen Gelenk des linken Beines einen Tumor hatte. Noch heute kommen mir Tränen in die Augen, wenn ich in Gedanken ganz nahe bei ihm bin.

Und nun haben wir Ihren kleinen Schützling, der uns schon sehr bald so richtig ans Herz gewachsen ist. Man muss ihn einfach lieb haben. Vor einigen Wochen trafen wir zufällig in unserem Ort (5000 Einwohner) einen Bekannten‚ der in der Nähe eine private Hundehilfe betreibt. Zusammen mit seiner Frau und Tochter hat er zurzeit auf seinem Grundstück rund 40 Hunde, die alle eines Tages auf eine gute Heimat hoffen. Unter diesen ist auch ein Hund, der kein Gehör mehr hat und zwei Hunde, die nur noch drei Beine haben. Aber auch diese Tiere finden hier noch ein Zuhause, auch wenn es länger dauert. Nachdem unsere beiden letzten Hunde mittelgroß waren, wünschten wir uns diesmal einen kleineren Hund. So kamen wir schließlich zu der Kleinen. Sie war, nachdem sie schon 6 Wochen dort war, schon zum Liebling der Frau unseres Bekannten geworden, sie wusste aber, dass die Kleine bei uns in gute Hände kommt. Nun haben wir sie etwa zwei Monate und sie fühlt sich sichtbar wohl bei uns.

Sie heißt jetzt „LEA“. Jeden Morgen gehe ich mit ihr nach dem Frühstück hinaus, danach bekommt sie ihr Futter. Später gehen wir zwei einkaufen. Nach dem Mittagessen und einer kleinen Ruhepause gehen wir dann zusammen mit meiner Frau spazieren. Gegen Abend gehe ich nochmals mit ihr raus und so kommt sie täglich 3 - 4 Mal aus dem Haus. Sie läuft an einer 8 Meter langen, auf- und abrollbaren Leine, ich habe aber auch einen Platz, an dem ich sie frei laufen lassen kann. Durch die Nähe zur Schweiz haben wir ziemlich starken Autoverkehr hier. Sie ist sehr folgsam und kommt sofort, wenn man sie ruft. Nachts hat sie in unserem Schlafzimmer ihr eigenes kleines Hundebett und daneben ein großes Schaffell.
Sie springt aber auch gern auf mein Bett und legt sich dann auf der Bettdecke am Fußende oder auch mal neben mir nieder. Sie sucht immer meine Nähe. Wenn ich mal ohne sie, zum Beispiel zum Arzt oder sonst wo hin muss, sitzt sie die ganze Zeit innen an der Wohnungstür, bis ich zurück komme. 1 - 2 Mal in der Woche kommt uns unsere Tochter aus der Schweiz (40 km) besuchen. Sie lebt dort mit ihrer Familie (4 Töchter). Auch sie hat einen Hund (weibl.), der etwa doppelt so groß ist wie LEA. Beide spielen sehr gern miteinander, wobei die Größere viel Rücksicht auf die Kleinere nimmt, um ihr nicht weh zu tun. Abschließend können wir uns nur sehr bei Ihnen bedanken, dass Sie die Kleine mit soviel Liebe aufgezogen haben. Dass dies so war, erleben wir täglich durch das Verhalten des Tieres. Immer, wenn sie etwas von uns möchte oder sich besonders wohlfühlt, tanzt sie übrigens!

Danke nochmals und herzliche Grüße,

Ihre

Hans und Elisabeth

P.S. Wir betrachten Ihre Kleine als ein Geschenk des Himmels — ein Leben ohne Hund können wir uns gar nicht vorstellen. Sollte uns etwas zustoßen oder LEA länger leben als wir, so ist auch hier vorgesorgt. In diesem Falle nimmt unsere Tochter in der Schweiz die Kleine, denn auch sie hat sie sehr gern.