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Foto einer Kreta-Tierschützerin, die einen Arm um einen schwarzen Hunde legt und ihr Gesicht in das Fell des Hunde vergräbt.
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Freitag, 10. September 2010

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Traumhaftes Kreta

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Sonntag, April 19, 2009

Andre Rössler holt mich am Flughafen von Heraklion ab. Sein Flieger war schneller als meiner. Ziel unserer gemeinsamen Reise ist es, all die Tierschützer zu besuchen und nach ihrer Tierschutzidee - inklusive Verwirklichung - zu fragen

Andre Rössler holt mich am Flughafen von Heraklion ab. Sein Flieger war schneller als meiner. Ziel unserer gemeinsamen Reise ist es, all die Tierschützer zu besuchen und nach ihrer Tierschutzidee - inklusive Verwirklichung - zu fragen, die sich als Partner, Tierfreunde oder um Hilfe Suchende, an unseren Verein gewandt haben und immer noch wenden. Viele von Ihnen profitieren seit vielen Jahren vom Förderverein Arche Noah Kreta e.V. in unterschiedlicher Weise. Da wir aber gebrannte Kinder sind, und bereits einige Dinge mit unseren Spendengeldern erlebt haben, möchten wir unsere Vorstellung von einem effizienten Tierschutz klarstellen und treten aus diesem Grund am heutigen Februartag die Rundreise über Kreta an.

Brigitte Scheichel begleitet uns. Sie betreibt mit ihrem Team an der Südküste in unseren Augen einen vorbildlichen Tierschutz in der Weise, dass sie möglichst effizient, präventiv und in jeder Hinsicht tierlieb und aufopferungsvoll arbeitet. Sie träumt von einer noch besseren Vernetzung der kretischen Tierschützer.

Um diese Jahreszeit ist die Insel wunderschön. Die Regenfälle locken das Grün aus den ansonsten so kargen Bergen, dass der Anblick bezaubernd wirkt. Unsere Fahrt bringt uns an Orte dieser Insel, die wir trotz unendlich vieler Reisen noch nie gesehen haben. Passieren wir Talstraßen, so erstrecken sich unweit der kurvenreichen Schlaglochpisten die schneebedeckten Bergkämme. Die Schneeschmelze füllt die im Sommer ausgetrockneten Flüsse zu reißenden Bächen. Selbst Wasserfälle zeigen sich uns. Anstelle der im Hochsommer grölenden Touristen herrscht jetzt überall traumhafte Stille, die zum Nachdenken anregt.

Wir sind erst wenige Kilometer gefahren, jedoch schon mittendrin im Thema. Zentrale Frage über allem „was macht die Genehmigung für Ines und mich um endlich legal Kastrationen durchführen zu dürfen?“
„Bin mir nicht sicher, ob ich das noch erlebe“, antworte ich und starre dabei aus dem Fenster, die steilen Berge, die neben unserem Auto im blauen Himmel verschwinden, hinauf.
„Wenn das irgendwann mal durch ist, bitte ich um ein Kastrationsfeuerwerk, das die Insel noch nicht gesehen hat“, ergänzt Brigitte meine frustriert klingende Antwort.

Angesteckt durch die schöne Landschaft und bei dem angesprochenen Thema gehen mir andere Bilder durch den Kopf, nämlich die von den Tieren, die unsere Hilfe bräuchten, die wir ihnen aber nicht geben können. Ich fange an zu träumen und sehe fast bildlich vor mir, wie wir in irgendeinem Ort beginnen zu kastrieren. Wir haben alles angemeldet und die Tierschützer haben längst alles vorbereitet. Equipment zum Fangen, Medikamente, Helfer. Alles ist eingespielt, jeder weiß was er wo zu tun hat. Ines könnte sich die Finger blutig nähen, davon bin ich überzeugt. Ich stelle mir vor, dass zwei Tierärzte an einem Tag 87 Operationen durchführen können, und weiss, dass Ines in 21 Tagen 824 Operationen ohne nennenswerte Komplikationen hinlegt. Nach kürzester Zeit, also vielleicht nach zwei bis drei Jahren, wäre es für die einzelnen Stationen ausgesprochen schwer, Tiere einzufangen, denn die eine, noch unkastrierte Katze an der Mülltonne, will einfach nicht in die Falle. Im Gegensatz zu ihren bereits kastrierten Kollegen, die zu wissen scheinen, dass ihnen das Herunterfallen der Fallenklappe nichts mehr anhaben kann.

Andre und Brigitte unterhalten sich weiter und ich werde aus meinen Gedanken gerissen. „Habt Ihr gelesen, was letztens in der Chaniotika Nea, der kretischen Lokalzeitung thematisiert wurde? Ein Tierarzt, der den Tierschützern in Chania sehr dabei behilflich ist, Straßentiere zu versorgen und der auch die Preise versucht entgegen der Anweisungen der Tierärztekammer so gering wie möglich zu halten, ist zu einem Seminar ins Ausland gefahren. Seine Vertretung war ein junger Tierarzt, der gerade sein Studium abgeschlossen hatte. Diesem jungen Mann wurde ein angefahrener Hund gebracht, der in einem kritischen Zustand war. Er versorgte den Hund und versicherte den Besitzern, dass er über Nacht in der Praxis bleiben müsse, unter seiner Beobachtung. Am nächsten Morgen wollte der Besitzer wissen, wie es seinem Hund ginge und erhielt die Mitteilung, er sei in der Nach verstorben. Er bat den Tierarzt seinen kleinen Liebling nicht zu entsorgen, da er ihn mit seinen Kindern beerdigen wollte, Am nächsten Tag kam der Besitzer mit seinen Kindern, um den Hund abzuholen und wurde von dem jungen Tierarzt in den Keller geschickt. Neben dem Müll stehe eine versiegelte Kiste in der sei sein toter Hund. Der Besitzer ging runter und sah eine versiegelte Kiste, aus der Geräusche kamen und die sich bewegte. Er riss sofort die KLebebänder ab und sah ein Bild des Schreckens. Sein Hund lebte noch und hatte große Schmerzen, da er nunmehr zweieinhalb Tage unversorgt, ohne Wasser und Medikamente in der Kiste verbracht hatte. Leider starb der kleine Liebling der griechischen Familie an den Folgen dieser Unterversorgung. Unfassbar, was hier manchmal in den Tierarztpraxen passiert und manchmal habe ich kein gutes Gefühl, die Tiere, behandeln zu lassen. Erst vor kurzer Zeit hat eine Freundin von mir ein dreimonate altes Kätzchen mit gebrochenem Bein und Atemschwierigkeiten zum Tierarzt gebracht. Der Tierarzt wollte eine Röntgenaufnahme machen und hat das verletzte Kätzchen narkotisiert und damit regelrecht eingeschläfert. Wenn Eure Arbeitsgenehmigung endlich durch wäre, müssten wir uns um solche Fälle keine Sorgen mehr machen.“

Ich schweife wieder mit meinen Gedanken ab und stelle mir vor, dass wir eine Praxis auf Kreta eröffnen. Wir könnten nicht nur kastrieren, sondern auch Tieren eine realistische Chance bieten, ihre schlimmen Wunden geheilt zu bekommen. Augen raus, Beine gerichtet, Leistenbrüche, Zahnsanierungen, Unfalltiere versorgt und vieles mehr. Wahrscheinlich hätten nach kürzester Zeit ganz viele Menschen mehr Vertrauen zu Ines, als zu einem der einheimischen Ärzte. Ines hat bisher etwa 20.000 Tiere kastriert und ihre Erfahrung und ihre umfassende Ausbildung macht sie in Europa zu einer Koryphäe.

„Kann schon sein“, reflektiere ich sämtliche Anträge beim Agrarministerium, die wir bereits gestellt haben und denke, dass genau das der Grund sein wird, uns die Genehmigung zu verweigern. „Bleiben wir bei dem Traum, dass Ines 824 Operationen durchführt. Dann wären das bei einer durchschnittlichen Rechnung von € 100,- pro OP € 82.400,-. Und das Geld fehlt dann theoretisch den Tierärzten vor Ort und sie fühlen sich benachteiligt.“
„Ist doch Quatsch, keine Gemeinde würde auch nur einen Bruchteil dieser Summe zur Verfügung stellen und nicht ein einziger Kollege auf Kreta kann so kastrieren, dass die Tiere nach wenigen Stunden so aussehen, als wäre nie etwas gewesen“, wirft Andre schon fast ein wenig zornig ein. „Was würde unseren Verein denn eine solche Aktion kosten?“ möchte Andre von mir wissen.
“So um die € 10.000 bis 15.000,-. Da wäre dann aber die Anreise mit dem Auto mit dabei“, schätze ich. „ Und meint Ihr nicht, dass die Mitglieder des Fördervereins für solch eine Aktion bereit wären zu spenden?“ fragt Brigitte. „Na und ob, aber was nützt das alles, wenn wir sie nicht vermarkten dürfen“ antwortet Andre.
Für einen kurzen Augenblick herrscht Schweigen im Wagen.
Jeder hängt seinen Gedanken nach.

Brigitte träumt verschwommen von dem jungen Schäferhund, dessen zerfaultes Hinterbein von Ines amputiert werden könnte. Sie sieht vor ihrem geistigen Auge die ganzen trächtigen Tiere, deren Jungen, Im Falle einer rechtzeitigen Abtreibung nicht in diese Welt geboren worden wären. Sie denkt an die abgemagerten Tiere einer Griechin, die kein Geld für Futter hat und die Skelette von Ines an den Tropf gehängt werden, um ihrem qualvollen Tod doch noch zu entrinnen. Auch findet sie die Katze mit dem Angelhaken im Auge, der von Ines vorsichtig herausoperiert wird. Die Katze an der Mülltonne müsste leider eingeschläfert werden, denn der Krebs hat bereits ihre ganze Nase zerfressen und Brigitte könnte es nicht ertragen, dass dieses Tier in wenigen Wochen qualvoll verendet. Dafür könnte die Katze mit den defekten Augen operiert werden und in einer Pflegestelle zwar blind, aber schmerzfrei, leben.


Ich hingegen rechne im Geiste 3 Wochen realistisch und exakt rauf und runter. Ich spüre förmlich, wie wir schuften! Sollten wir die Genehmigung eines Tages erhalten, wäre ein mehrwöchiger Kastrationsaufenthalt durchaus möglich. Innerhalb von 21 Tagen schaffe ich es mit Ines, 143 Hündinnen zu kastrieren. 53 Rüden sind denkbar. Und wenn alle Tierfreunde mit Fallen ihr bestes geben und Katzen fangen, ist die Zahl von 324 weiblichen Tieren und 251 männlichen im Bereich des Machbaren. Das würde allerdings bedeuten, dass wir täglich 12-15 Stunden operieren müssten, selbstverständlich ohne größere Pausen. Anschließend würden Ines und ich allerdings aussehen wie wandelnde Leichen. Trotzdem; 74 Hunde- und 464 Katzenwelpen hätten diese, für sie unwillkommene Welt, nicht erblickt, denn garantiert wären einige Weibchen auch trächtig. 51 andere Operationen würden wir natürlich auch durchführen, denn verletzte oder verunfallte Tiere werden fast täglich gefunden.

Auch aus Andre`s Kopf dringen Rauchschwaden.  Er rechnet.

„€ 15.000,- wären wir los“ murmelt er, „da beißt die Maus keinen Faden ab.“
„Aber vergiss nicht“ greife ich unseren Traum wieder auf, “dass dadurch bei 467 weiblichen Tieren 4670 Welpen nicht geboren worden wären, wenn wir von 10 Welpen pro Jahr pro Weibchen ausgehen. Kein Mensch auf dieser Welt kann 4670 Tiere ordnungsgemäß versorgen und schon gar nicht für € 15.000,-!!!
„Und wenn diese Weibchen älter werden als ein Jahr dürfte diese Zahl ins astronomische gehen“ bemerkt Brigitte, die sich nun auch wieder an unserem Traum beteiligt.
„Meint Ihr denn, dass die Tierschützer eine solche Anzahl an Tieren heranschaffen können?“ wirft Andre plötzlich skeptisch ein.
„Aber hallo“ erwidert Brigitte ehe ich Luft holen kann. „Was meinst Du, wie gerne sie Tiere kastrieren lassen würden – ganze Kolonien würden sie fangen, aber wer sollte das bezahlen? Die Gemeinden haben nie Geld, die Tierärzte machen es nicht umsonst, also wer bleibt auf den Kosten sitzen? Und welcher kretische Verein kann € 150,- für eine Hündin ausgeben oder € 75,- für eine Katze? Das Ende vom Lied ist, wie seit hunderten von Jahren; es passiert nichts!!!“
„Was ist denn aus den, vom Agrarministerium, angekündigten Prorammen für Straßentiere geworden?“ hake ich nach. „Wo sind die staatlichen Tierheime der Gemeinden?“
„Lächerlich! Gar nix ist passiert!“ Brigitte lacht verbittert. “In Chania sind 50 Hunde kastriert und anschließend nicht wieder auf die Straße gesetzt worden. Sie wurden bei Tierschützern „geparkt“ und anschließend wurde doch der Förderverein gebeten die Tiere nach Deutschland zu holen. Tolles Programm! Ansonsten weiß ich von nicht einer Kastrationsaktion, es sei denn, mit Geldern von ausländischen Vereinen.
„Außerdem operieren viele Tierärzte hier so schlecht und so langsam, dass sie es nie schaffen würden, gegen die Flut der Tiere anzukommen. Es soll einen Tierarzt geben, der nach der Kastration von 2 Katzen den ganzen Vormittag nicht mehr zu sprechen ist. Allein das Rasieren des Unterbauches vor der Kastration erfordert schon eine Narkose, die mindestens eine Stunde anhält.  Soweit ich weiß, ist Ines damit nach fünf Minuten fertig.“, meint Andre, der sich ausgiebig mit Tierschützern aus Chania unterhalten hat, die sich aus privaten Mitteln um die Kastration der Straßentiere bemühen.
„Nun werde mal nicht unfair“ versuche ich zu schlichten, “ Ines liegt ja auch mit geschätzten 20.000 Kastrationen ein kleines bisschen vorne.“
„Mag ja sein, aber gerade deshalb verstehe ich es nicht, dass die griechischen Tierärzte es nicht schaffen über ihren verdammten Stolz zu springen, um von Euch zu lernen. In anderen Ländern bildet ihr doch auch Tierärzte aus, ohne dass denen ein Zacken aus der Krone bricht.“    
Nur keinen Streit“, sagt Andre und biegt in den ersten Ort ein, an dem wir mit unserer Befragung beginnen...

An erster Stelle möchten Brigitte, Andre und ich ausdrücklich betonen, dass wir von all den Menschen, die uns in dieser Woche Auskunft über ihre Arbeit gaben, angenehm überrascht waren. Jeder dieser Menschen - egal ob er Großes bewegt oder im kleinen Rahmen arbeitet - er ist für diese Insel dringend von Nöten. Die Tiere brauchen diese Menschen, die nicht weggucken, sondern den Mut aufbringen etwas verändern zu wollen. Und das in einem Land, in dem es so scheint, als sei hier der Stillstand erfunden worden - verdient größten Respekt.

Diese Besuche haben unsere Sichtweise mal wieder verändert. Tierschutz aus einer Distanz von etwa 2500 km Entfernung betreiben zu wollen, ohne täglich vor Ort die Schicksale zu finden, die dringend Hilfe benötigen, zeichnet jeden der das versucht, als Möchtegern-Tierschutztheoretiker ab.

Hier vor Ort schauen diese Menschen in die Augen eines Tieres, das mit zerfetztem Hinterbein im Graben liegt, hier vor Ort werden die Kisten mit Welpen gefunden, hier vor Ort entscheiden oft Sekunden über Leben und Tod. Diesen psychischen Druck auszuhalten ist so verdammt schwer, dass wir allen Tierfreunden liebend gerne die größtmögliche Unterstützung zugesagt hätten.

Da wir aber leider nur über einen begrenzten Rahmen verfügen und auch leider keinen Dukatenesel im Keller haben, möchten wir unsere anvertrauten Mittel so gut es geht gerecht und im Einvernehmen dieser Menschen aufteilen. Eine wahrlich sehr belastende Aufgabe, die jeden von uns noch lange nach der Reise beschäftigt hat.
Um unseren Mitgliedern einen Überblick der Tierschutzarbeit von ganz Kreta zu zeigen, haben wir uns entschieden, die Antworten unserer Befragung zu veröffentlichen.

Eindeutig erkennen Sie, liebe Spender, dass der Förderverein mit Abstand der Verein ist, der die größte Hilfe für den Tierschutz auf Kreta zur Verfügung stellt. Ein sehr erfreuliches Ergebnis, in Anbetracht  der anderen internationalen Vereine, die auf dieser Insel ebenfalls arbeiten. Ein Beweis auch dafür, dass wir Ihre Spenden immer eins zu eins umzusetzen versuchen und stets bemüht sind, den effektivsten Weg zu gehen. 

Sollte sich unsere finanzielle Situation nicht grundlegend ändern, werden wir vor Ende nächsten Jahres an der finanziellen Unterstützung der Vereine, die bis heute von uns mit monatlichen Geldzuwendungen bedacht werden, nichts ändern. Allerdings möchten wir eine neue Aufteilung für das Jahr 2010 zu der Mitgliederversammlung im Juni dieses Jahres ankündigen.

Unsere Idee des Tierschutzes ist die Verhinderung des Elends im Vorfeld, also bevor es das Licht der Welt erblickt! Die einzige Verwirklichung liegt in Kastrationen!!!

Vereine oder Partner die ihr Ziel ebenfalls der Prävention zuordnen, werden von uns höhere Zuschüsse erhalten, als die, deren Ziel in erster Linie das Ausfliegen oder Sammeln der Tiere ist. Selbstverständlich werden auch größere Zuschüsse gezahlt, wenn die vor Ort zu versorgende Anzahl der Tiere höher ist.
Bitte liebe Spender, seien Sie sich darüber im Klaren, dass wir nur die Verteilung Ihrer Zuwendungen übernehmen, wie viel wir verteilen können, liegt in Ihren Händen!

Unser Futterpool hat, kaum haben im letzten Report von einer Aufstockung gesprochen, einen herben Einbruch erlitten. Durch die angespannte wirtschaftliche Lage ist der Transport von Futter von Deutschland nach Kreta zu einer unbezahlbaren Hürde geworden. Viele Speditionen kämpfen ums Überleben und freie Kapazitäten sind kaum noch vorhanden. Wir haben Verständnis für die Entscheidung, keine Transporte mehr durchführen zu können. Zusehen zu müssen, wie die Tiere wieder anfangen zu hungern – dafür haben wir kein Verständnis!

Also setzten wir uns mit Hilfe unserer Anwältin mit Futtermittelherstellern in Griechenland in Verbindung und verhandelten. Der billigste Preis liegt bei 0,55 Cent pro Kilo.

Allerdings ist die Bezahlung einer Futtermenge von annähernd 100 Tonnen pro Jahr für unseren Verein eine unüberwindbare Barriere. So wird unter Umständen von uns das Kilo mit einer gewissen Summe subventioniert, den Rest müssen Tierfreunde mit ihren Vereinen vor Ort selber tragen. Uns erscheint in der jetzigen Situation diese Regelung als die fairste, wir brauchen allerdings bis zur Umsetzung noch einige Zeit, da es große logistische Probleme zu lösen gibt.

Andre flog nach dies Rundreise wieder zurück nach Deutschland, ich hingegen blieb noch ein bisschen.
Als auch meine Zeit auf Kreta vorüber war, wurde Ines und mir nach der Rückreise gesagt, dass wir aussehen, wie zwei wandelnde Leichen. Manche Träume haben es einfach in sich...

Thomas Busch

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Kommentare:

Regina, 19-04-09 20:34:
Hier muss ich etwas korrigieren: In Chania wurden tatsächlich 450 Straßenhunde im Rahmen eines städtischen Programms kastriert und nicht nur 50! Allerdings konnten 50 davon aus verschiedenen Gründen nicht mehr auf die Straße zurück gebracht werden und wurden deshalb - eigentlich nur als Übergangslösung gedacht - vom Tierschutzverein Chania "I prostasia ton zoon" bei der Engländerin Linda Lucas auf deren Privatgrundstück untergebracht, nachdem die Stadt und die tierärztliche Behörde deren Ausreise genehmigt hatten. Diese Genehmigung wurde dann aber durch den "Kiltidis-Erlass" hinfällig, der theoretisch jegliche Ausreise eines griechischen Hundes verbietet und bis heute nicht offiziell aufgehoben wurde. Es besteht allerdings Hoffnung auf Änderung, da inzwischen ein neuer Minister das Landwirtschaftsministerium leitet und die Verhandlungen der griechischen Tierschützer mit ihm bisher gut verliefen.
Frank, 19-04-09 22:55:
Schade das die Träume und das Licht immer nur so kurz (wenn auch effektiv) auf der Insel Kreta aufleuchtet-
Der Rest von Kontinentalgriechenland und anderen kleinen Inseln ist stockfinster!
Die miesen Operationen und unterlassene Hilfeleistung griechischer Tierärzte ist überall zu sehen.
Es gibt in ganz Griechenland keine Regelung für Unfalltiere, kein Tierarzt behandelt ein herrenloses Tier kostenlos-
dazu zählt auch eine spritze zum Einschläfern-
orginalzitat: der stirbt sowieso in einer stunde...

Ich bete darum das sich Spender finden-
die eine tierärztliche Versorgung und flächendeckende Kastrationen
sowie Licht in die Finsternis tragen...

Keine andere Tierschutrzorganisation leistet soviel in diesem Bereich-
ABER es braucht mehr von den Engeln in den grünen Kitteln.....
Die Zeit ist knapp !!!
Alexandra, 23-04-09 13:32:
Wieder einmal laufen mir die Tränen runter, wenn ich an die armen Tiere, vor allem Hunde, von Kreta denke. Ich finde es klasse, was der Verein und die Tierärzte hier leisten! Ich habe eine Bekannte, die ist auch Tierärztin, übt aber ihren Beruf nicht aus, sondern macht "nur" eine Hundeschule bei uns!!
Wenn ich ihre Fähigkeiten hätte, ich würde mind. 1 x im Jahr für eine Woche nach Kreta reisen, um dort Tiere zu kastrieren und ich verstehe sie nicht, wie sie ihr Talent SO verschwendet, wo es doch woanders so nötig gebraucht wird :-(
Grüße an meinen Patenhund Georgi und Danke an alle, die da helfen!!

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